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Klare Positionierung gegen Atom-Energie bei der Tschernobyl- Mahnwache am 26. April in Schweinfurt

Unter dem Titel „40 Jahre Tschernobyl: Atomkraft - nie wieder“ veranstalteten die BUND Kreisgruppe Schweinfurt und das Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft (SWAB) eine Mahnwache auf dem Marktplatz in Schweinfurt.

 

07.05.2026

60 Teilnehmerinnen verfolgten die eindrucksvolle und informative Veranstaltung. Es gab Redebeiträge von Thomas Vizl - stellvertretender Landrat, Paul Winkelmann - 21-jähriger Stadtrat aus Gerolzhofen als Vertreter der jungen Generation, MdL Paul Knoblach, MdB Agnes Conrad und Edo Günther - BUND Kreisgruppenvorsitzender.
Als Hauptredner konnte Babs Günther, Sprecherin für das SWAB, die die Veranstaltung moderierte, Prof. Dr. Hubert Weiger - Ehrenvorsitzender des BUND begrüßen. Eugen de Ryck (Gitarre) und Jörg Wiedersich (Querflöte) ergänzten das Programm mit stimmungsvollen Beiträgen.

Die  Atomreaktor-Katastrophe, die sich vor 40 Jahren in Tschernobyl ereignete, war ein ökologisches und ökonomisches Desaster und hat zu Tod, Krankheit und großem Leid geführt. Das "Gedicht eines Kindes“, vorgetragen von Babs Günther, vermittelte die menschliche Betroffenheit. Die Folgen des atomaren Super-GAUs sind auch weiterhin brisant - noch weiter dadurch verschärft, dass die Schutzhülle um den havarierten Atomreaktor im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine schwer beschädigt wurde. Die RednerInnen waren sich einig in ihrer Ablehnung von Atom-Energie: die Risiken seien zu hoch, nicht zu verantworten, im Katastrophenfall unbeherrschbar. Sie erteilten den Atomphantasien und Rufen nach dem Wiedereinstieg in die atomare Stromversorgung eine Absage und stuften die Pläne für SMR (small modular reactors), Kernfusion und Transmutation als irreführende Märchen ein. Dies seien keine Lösungen für die Bewältigung der drohenden Klimakatastrophe. Thomas Vizl betonte die Bedeutung Erneuerbarer Energien für eine verantwortliche und sichere Stromerzeugung, Paul Winkelmann wies auf Informationsdefizite hin - die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima seien kein Thema im Schulunterricht gewesen. 
Paul Knoblach sprach von persönlichen Erfahrungen und Ängsten in Zusammenhang mit Tschernobyl und forderte ebenfalls den Weiterausbau der EE. Agnes Conrad berichtete von ihrer Arbeit im Bundestag, wo es regelmässig AfD-Anträge für eine Rückkehr zur Atomenergie gebe - und stellte sich vehement gegen diese Forderungen. Edo Günther stellte die aktuelle Deklaration „Konsequente Energiewende nur ohne Atomkraft“ vor, die von 33 Umwelt- und Sozial-Verbänden und Anti-Atom-Initiativen erhoben wurden, u.a. BUND Naturschutz in Bayern e V. und SWAB. 
Packend und fulminant gestaltete sich die Rede von Prof. Dr. Hubert Weiger: er beleuchtete den Zusammenhang zwischen ziviler und militärischer Nutzung von Atomenergie und betonte die Wichtigkeit von Energieeinsparung. Das Ausmass der atomaren Katastrophe von Tschernobyl sei 1986 von der damaligen Bundesregierung verharmlost worden. Letztlich hätten unabhängige Institute, Krankenhäuser und Universitäten Messwerte zur Radioaktivität veröffentlicht und mit Organisationen wie dem BUND Naturschutz für glaubwürdigere Aufklärung gesorgt. Dringend notwendig sei es heute, möglichst gute Konzepte zur Atommüll-Lagerung zu finden und umzusetzen. Babs Günther beendete die Mahnwache mit dem Appell. „Atomkraft - nie wieder!“ 
Anschließend machten sich Babs und Edo Günther mit Hubert Weiger und seiner Frau Gertrud auf den Weg nach Bamberg. 
Infos zur Mahnwache in Bamberg
 

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