
Der Arbeitskreis berät den Vorstand zu Landwirtschaftsthemen und entwickelt fachliche Positionen. Im Arbeitskreis werden auch Anliegen der Mitglieder bearbeitet.
Neben dem laufenden Erfahrungsaustausch zu aktuellen Entwicklungen beschäftigen wir uns mit den Themen:
- Entwicklung von Forderungen zur aktuellen Landwirtschaftspolitik gegenüber Ministerien und Wissenschaft
- Positionierung zum Herbizidausstieg, mit Schwerpunkt Glyphosa
- Diskussion zur Düngeverordnung in Bezug auf ammoniakreduzierende, alternative Güllebehandlungsverfahren und Gesprächsvermittlung zwischen Landwirten und Fachbehörde
- Mitarbeit an der AK-übergreifenden Positionierung des BN zu Biogas und Freilandfotovoltaik
- Meinungsbild zur Wasserentnahme für die Landwirtschaft
- Meinungsbild zu Wolf und Landwirtschaft
- Die Fortschreibung der BN Landwirtschaftsposition
- Entwicklung von Vorschlägen zu mehr Natur in Hof und Flur
- Vorschläge zu einer BN Gewächshausposition
Superpflanzen dank neuer Gentechnik? – Kritischer Blick auf Chancen, Risiken und EU-Pläne
Die Biologin Dr. Martha Mertens beleuchtete unter dem Titel „Superpflanzen dank (neuer) Gentechnik? Was kommt auf uns zu?“ Chancenversprechen und Risiken der sogenannten Neuen Gentechnik (NGT) wie CRISPR/Cas.
In ihrem Vortrag erklärte sie, wie spezifische Nukleasen wie CRISPR/Cas gezielt den DNA-Doppelstrang in Pflanzenzellen schneiden und dadurch Mutationen, Knock-out oder Knock-in von Genen sowie Mehrfachveränderungen im Erbgut ermöglichen – und zwar bei Kulturpflanzen ebenso wie bei Wildpflanzen. Anhand von Beispielen wie herbizid- oder pilzresistenten Pflanzen, „non-browning“-Champignons oder GABA-Tomaten zeigte sie, welche „Super-Eigenschaften“ Industrie und Forschung anstreben, stellte diesen jedoch erhebliche Unsicherheiten und Wissenslücken gegenüber.
Mertens machte deutlich, dass das NGT-Verfahren keineswegs so präzise und risikolos ist, wie häufig behauptet wird: Unerwünschte Effekte „on target“ und „off target“, Veränderungen von Chromosomen, Genregulation und Inhaltsstoffen sowie schwer vorhersehbare ökologische Folgen seien ebenso zu berücksichtigen wie die Gefahr unkontrollierter Ausbreitung gentechnisch veränderter Organismen. Sie verwies außerdem auf soziale und ökonomische Folgen wie Kontaminationsrisiken, hohe Kosten für Saatgutreinheit, die Gefährdung gentechnikfreier Landwirtschaft und eine weitere Konzentration des Saatgutmarkts durch Patente.



