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Landesarbeitskreis Wasser Klausur 2026 in Flachslanden

Wasserrückhalt – Zentrales Thema der Klausur des Landesarbeitskreises Wasser im BUND Naturschutz Bayern

21.09.2026

Der Markt Flachslanden im Landkreis Ansbach war am Freitag 18.September das Ziel der Mitglieder des Arbeitskreises Wasser im BUND Naturschutz in Bayern. 
Warum pilgern engagierte Natur- und Wasserschützer*innen aus ganz Bayern in den kleinen Ort im westlichen Mittelfranken? 
In Flachslanden hat die Gemeinde auf Initiative des Biologen und Gemeinderats Uli Meßlinger innerhalb der letzten 10 Jahre umfangreiche Maßnahmen zum Wasserrückhalt und zur Förderung der Biodiversität durchgeführt: Inzwischen wurden rund 1.500 Kleinrückhalte in Form von Geländemulden und Ausweitungen von Gräben geschaffen, die sich bei jedem Regen mit Wasser füllen und dafür sorgen, dass das Wasser in der Landschaft gehalten wird. Neben dem Wasserrückhalt unterstützen die Klein- und Kleinstgewässer auch viele verschiedene Arten, die auf Wasser angewiesen sind, allen voran den Laubfrosch.
Auf der etwa dreistündigen Exkursion erläuterte Meßlinger die je nach Gelände und Gewässer sehr unterschiedlich gestalteten Retentionsbecken. In Flachslanden ist es gelungen, mit optimaler Nutzung von Fördermöglichkeiten ein Rückhaltevolumen von ca. 2.000 m³ Niederschlagswasser zu schaffen. Dabei hat die Gemeinde ca. 30.000 € an Eigenmitteln investiert.
Im Anschluss gab Flachslandens Bürgermeister Hans Henninger interessante Einblicke in die Praxis und die bürokratischen Hürden, die die Gemeinden bei der Durchführung Maßnahmen zum Rückhalt von Niederschlag bisweilen zu überwinden hat. Peter Hirmer, Sprecher des Arbeitskreises stellte fest: „Was sie hier realisiert haben, ist vorbildlich und wir hoffen, dass Ihr Beispiel möglichst viele Kommunen motiviert, konkrete Wasserrückhaltemaßnahmen durchzuführen.“

Die Exkursion am folgenden Samstag führte den AK Wasser nach Bad Windsheim. Dort erläuterte Thorsten Schröder, Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts Ansbach, das Pilotprojekt „Wasserrückhalt in grünen Gräben“. Am Langenwasengraben südlich von Bad Windsheim hat die Behörde eines von insgesamt vier Stauwehren aufgebaut, an dem die Auswirkungen einer Aufstauung in einem landwirtschaftlichen Entwässerungsgraben untersucht worden sind bzw. weiterhin von Wissenschaftlern der TU München untersucht werden.
Eine Vielzahl von Entwässerungsgräben wurde im Rahmen der Flurbereinigung in den letzten 40 Jahren angelegt. Der Klimawandel führt nun dazu, dass diese Gräben zu einem Problem werden, weil Niederschlagswasser, anstatt im Boden zu versickern, zu schnell über die Gräben abgeführt wird.
Das Wasserwirtschaftsamt sieht die Notwendigkeit, diesen Abfluss zu reduzieren und mit den vier Stauwehren ist es möglich, Daten über die Effekte des Einbaus von Barrieren in Entwässerungsgräben zu gewinnen. Schröder betonte, dass die Bauweise der Wehre nur zu Forschungszwecken dient und zukünftige Einbauten naturnah und weniger aufwändig gestalten werden sollten. Wichtig ist es jetzt, dass diese Abflussbarrieren an möglichst vielen Entwässerungsgräben eingebaut werden, um der zu starken Entwässerung der Landschaft entgegen zu wirken.

Der Rückhalt von Niederschlagswasser und die Verbesserung der Grundwasserneubildung sind von zentraler Bedeutung für die Natur, für die Landwirtschaft und für die Bildung des Grundwassers, das wir alle als Lebensmittel Nr. 1 brauchen. In den Landkreisen Ansbach und Neustadt/Aisch Bad Windsheim nutzten die Mitglieder des AK Wasser die Möglichkeit, verschiedene Ausführungen zu vergleichen und Informationen aus erster Hand zu erhalten.

Text: Detlev Reusch / Mitglied LAK Wasser 

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