Superpflanzen dank neuer Gentechnik? – Kritischer Blick auf Chancen, Risiken und EU-Pläne beim Saatgutmarkt in Wasserlosen
In ihrem Vortrag erklärte sie, wie spezifische Nukleasen wie CRISPR/Cas gezielt den DNA-Doppelstrang in Pflanzenzellen schneiden und dadurch Mutationen, Knock-out oder Knock-in von Genen sowie Mehrfachveränderungen im Erbgut ermöglichen – und zwar bei Kulturpflanzen ebenso wie bei Wildpflanzen. Anhand von Beispielen wie herbizid- oder pilzresistenten Pflanzen, „non-browning“-Champignons oder GABA-Tomaten zeigte sie, welche „Super-Eigenschaften“ Industrie und Forschung anstreben, stellte diesen jedoch erhebliche Unsicherheiten und Wissenslücken gegenüber.
Mertens machte deutlich, dass das NGT-Verfahren keineswegs so präzise und risikolos ist, wie häufig behauptet wird: Unerwünschte Effekte „on target“ und „off target“, Veränderungen von Chromosomen, Genregulation und Inhaltsstoffen sowie schwer vorhersehbare ökologische Folgen seien ebenso zu berücksichtigen wie die Gefahr unkontrollierter Ausbreitung gentechnisch veränderter Organismen. Sie verwies außerdem auf soziale und ökonomische Folgen wie Kontaminationsrisiken, hohe Kosten für Saatgutreinheit, die Gefährdung gentechnikfreier Landwirtschaft und eine weitere Konzentration des Saatgutmarkts durch Patente.




