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Die Streuobstwiese – Lebensraum und Naturparadies aus Menschenhand

Streuobstwiesen sind wertvoller Bestandteil einer artenreichen Kulturlandschaft – und sie liefern uns gesundes, regionales Obst. Deshalb kämpft der BUND Naturschutz (BN) schon seit Jahrzehnten für ihren Erhalt. Erfahren Sie, wie viele Tiere und Pflanzen in diesem Lebensraum zuhause sind!

Der Name Streuobst rührt daher, dass auf diesen Wiesen Obstbäume in unregelmäßigen Abständen locker über die Fläche „verstreut“ stehen. Charakteristisch für Streuobstwiesen sind großkronige Bäume mit hohem Stamm. Oft wachsen dort mehrere Obstarten und -sorten und unter den Bäumen blumenreiche Wiesen, die entweder extensiv gemäht oder beweidet werden. Im süddeutschen Raum sind dies klassischerweise Salbei-Glatthaferwiesen, eine unserer artenreichsten und buntesten Wiesengesellschaften überhaupt.

Im Unterschied zu Obstplantagen wird Streuobst nur extensiv, also sehr pfleglich bewirtschaftet, das heißt, chemische Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger kommen kaum zum Einsatz. Durch standortangepasste Obstsorten kommt es seltener zu Krankheiten. Durch die meist pestizidfreie Pflege sind Streuobstwiesen besonders wertvoll als Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Wir sind Mitglied bei der Main-Streuobst-Bienen eG

Die Koppelt-Wiese und die Streuobstwiese am Eichelmannsee befinden sich gerade in der Bio-Zertifizierungsphase. Nach Abschluss der Zertifizierung können wir schon ab September 2025 unsere Äpfel von diesen Streuobstflächen bei der Genossenschaft abliefern. 

Endlich haben wir einen guten Weg gefunden die vielen Äpfel zu verwerten. Mehrere Tonnen Äpfel konnten jahrelang nicht vollständig von der Fläche gebracht werden.

Unter der Markt MainSchmecker wird in Zukunft der Apfelsaft vermarktet. 


Homepage Main-Streuobst-Bienen eG

Mehr Infos:


Die Aussage: „An Apple a day keeps the doctor away“ wird für Apfel- und Birkenpollenallergiker Wirklichkeit.


Die Aussage: „An Apple a day keeps the doctor away“ wird für Apfel- und Birkenpollenallergiker Wirklichkeit.

Hintergrundinformation

Viele Menschen in Europa leiden unter einer Birkenpollenallergie und diese in über 2/3 der Fälle an einer damit assoziierten Apfelallergie. Ist man von beiden betroffen, spricht man von einer Kreuzallergie. Ursache hierfür ist, dass das auslösende Protein der Birkenpollen nahezu identisch ist mit dem Protein des Apfels und so die Birkenpollenantikörper auch den Apfel erkennen und Beschwerden verursachen. In Deutschland wird die Zahl der Birkenpollenallergiker auf 10 % bis 15 % der Bevölkerung geschätzt und die Zahl der Apfelallergiker wird von Professor Dr. Karl-Christian Bergmann vom Allergiezentrum der Berliner Charité auf mehr als 2 Millionen angegeben. Bei Apfelallergikern lautet die Empfehlung von Ärzten auf den Konsum von rohen Äpfeln zu verzichten. Die Folge war bisher, dass Apfelallergiker seit etlichen Jahren keine Äpfel mehr gegessen haben. Bei einer Birkenpollenallergie kommen verschiedene symptomatische Medikamente zum Einsatz oder eine spezifische Immuntherapie. Medikamente helfen nicht dauerhaft, dazu gibt es Nebenwirkungen und eine Hyposensibilisierung dauert mehrere Jahre und ist nicht immer erfolgreich.

Im Rahmen einer 3jährigen Studie haben unter Leitung von Professor DDr. Klaus Eisendle aus Bozen und unter Mitwirkung des landwirtschaftlichen Versuchszentrums Laimburg, dem Zentrum für molekulare Biowissenschaften der Universität Innsbruck, der medizinischen Universität Innsbruck, der medizinischen Universität Wien und Südtiroler Sanitätsbetrieb – Krankenhaus Bozen eine neue, vielversprechende Apfeltherapie entwickelt. Zu den Ergebnissen ein Interview mit Professor DDr. Klaus Eisendle. 

Wie ist es zum Projekt Apple-Care gekommen?

Patienten mit Apfelallergie haben immer wieder gefragt, ob es nicht eine Alternative zum Verzicht auf rohe Äpfel geben würde, dazu kamen Klagen von Gräserallergikern die über die Nebenwirkungen der oralen Immuntherapie klagten, wobei die Symptome ähnlich denen der Apfelallergie mit Brennen und Jucken im Mund war. Hier die Idee, dass die Äpfel bei Birkenpollenallergikern gleich wirken könnten wie die Tablette bei Gräserallergikern. Erste Hinweise von Apfelallergikern, dass es Apfelsorten geben würde, die kaum allergischen Reaktionen verursachten, haben uns auf die Idee gebracht die Patienten langsam an das Allergen zu gewöhnen und so eine alternative Therapie mit Äpfeln zu entwickeln, da Medikamente und eine mehrjährige Hyposensibilisierung von Patienten nicht immer angenommen wurde.

Wie war die Apple-Care-Forschungsprojekt aufgebaut?

Zunächst wurde das unterschiedliche allergene Potential verschiedener Apfelsorten ermittelt und statt der Spritzen wie bei der Hyposensibilisierung haben die Teilnehmer des Projekts zunächst regelmäßig täglich anfangs eine kleinere Menge (1/8-1/4) Apfel gegessen, welche alle 2 Wochen gesteigert wurde, dann bis zu einem ganzen Apfel mit geringem allergenen Potential, um sich langsam an das Apfelallergen zu gewöhnen. Nach zirka 2-3 Monaten wurde dann der Konsum auf einen Apfel mit einem mittleren allergenen Potential umgestellt – wieder Anfangs eine kleinere Menge und in der letzten Phase wurde auf einen hochallergener Apfel umgestellt und langsam gesteigert mit der Hoffnung, dass dies neben der Gewöhnung an den Apfel auch zu einer Linderung der Birkenpollenallergie führt.

Was können Sie zum Ergebnis des Forschungsprojektes sagen?

Es hat sich gezeigt, dass zunächst die meisten Probanden einen viertel Apfel mit geringen allergenen Potential problemlos vertragen haben, was schon als Erfolg anzusehen ist. Beim zuletzt nach mehreren Monaten eingesetzten hochallergenen Golden Delicious gab es nach der Steigerungsphase kaum allergische Reaktionen mehr und auch bei Birkenpollenallergikern hat die Apfeltherapie zu einer erheblichen Minderung beigetragen.

Kann durch eine Apfeltherapie eine dauerhafte Wirkung erzielt werden?

Aufgrund der Berichterstattung über das Projekt haben wir inzwischen zusätzlich zu unseren positiven Ergebnissen einige Rückmeldungen von Allergikern erhalten, die in einem Selbstversuch den gleichen Erfolg erzielt haben und in Deutschland gibt es seit 2005 ein Projekt der Lemgoer Umweltgruppe im Bund für Umwelt und Naturschutz mit gleichem Ergebnis. Hier haben Apfelallergiker gemeldet welche Apfelsorten sie vertragen haben und welche nicht. Die Ergebnisse werden auf einer Internetseite https://www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html veröffentlicht. Dazu gab es eine gemeinsame Studie mit dem Allergiezentrum der Berliner Charité und auch hier hat sich als Ergebnis der Studie und durch Rückmeldung von Allergikern gezeigt, dass eine Apfeltherapie zu einer dauerhaften Heilung von Apfel- und Besserung von Birkenpollenallergie beitragen kann.

Welche Apfelsorten können Apfel- und Birkenpollenallergiker ausprobieren?     

Auch hier helfen die Angaben auf der Internetseite des BUND Lemgo. Neben den Meldungen zur Verträglichkeit wurde dort auch bei einer Vielzahl von Apfelsorten durch Analysen des Gehalts an gesundheitsfördernden Polyphenolen ermittelt und angegeben. Ein hoher Gehalt an Polyphenolen weist auf die Verträglichkeit der Sorte hin.

Die klassischen Supermarktsorten sind meist hochallergen, wo erhalte ich dann Apfelsorten die verträglich sind?

Das ist wirklich ein Problem, da die Therapie mit einem niederallergenen Apfel begonnen werden muss bevor auf hochallergene Sorten umgestiegen werden kann. Da wäre es wünschenswert, dass auch im BIO-Anbau das Angebot um Apfelsorten ergänzt wird, die für Apfelallergiker verträglich sind. Betroffene können zudem beim BUND Lemgo eine Lieferantenliste anfordern, die verträgliche Apfelsorten im Angebot haben und da gibt es auch Lieferanten die Probierpakete für Apfelallergiker versenden, zudem werden frische Äpfel auch besser vertragen als gelagerte.

Zum Abschluss die Frage, was wünschen Sie für die Zukunft?       

Hier wäre es hilfreich, wenn Haus- und Fachärzte die betroffenen Allergiker zumindest einmal auf eine mögliche Apfeltherapie hinweisen würden. Auch die Krankenkassen sind aufgefordert darüber zu berichten. Schließlich trägt eine Apfeltherapie dazu bei, dass Betroffene ein Stück Lebensqualität zurückerhalten. Zusätzlich haben Äpfel noch weitere gesundheitsfördernde Inhaltstoffe und so können Gesundheitskosten dauerhaft vermindert werden.