Ein Apfel am Tag hält nicht nur Ärzte fern – für Menschen mit Apfel- und Birkenpollenallergie kann das nun wirklich stimmen.
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Viele Menschen in Europa reagieren allergisch auf Birkenpollen. Bei über zwei Dritteln von ihnen führt das auch zu einer Allergie auf Äpfel. Das nennt man Kreuzallergie . Der Grund: In Apfel und Birkenpollen steckt ein sehr ähnliches Eiweiß, das das Immunsystem verändert. Deshalb bekommen viele Birkenpollenallergiker auch beim Essen von rohen Äpfeln Beschwerden wie Jucken oder Brennen im Mund.
Bisher musste sie auf Äpfel verzichten. Medikamente gegen Allergien helfen nur kurzfristig oder haben Nebenwirkungen. Eine Immuntherapie dauert mehrere Jahre und hilft nicht immer.
Ein Forscherteam unter Leitung von Professor Klaus Eisendle in Südtirol hat eine neue Apfeltherapie entwickelt. Menschen mit Allergien essen dabei regelmäßig kleine Mengen bestimmter Apfelsorten, die nach und nach gesteigert werden. So gewöhnte sich der Körper an das Allergen. Das Ergebnis: Viele Teilnehmende vertragen wieder Äpfel – und auch ihre Birkenpollenallergie wurde schwächer.
Auf der Internetseite des BUND Lemgo ( www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html ) finden Allergiker eine Liste mit Apfelsorten, die besser verträglich sind. Wichtig: Frische, alte oder regionale Sorten mit vielen Polyphenolen sind meist besser als Supermarktäpfel geeignet.
Professor Eisendle wünscht sich, dass Hausärzte ihre Patienten auf die neue Möglichkeit hinweisen. Denn so könnten viele Allergiker wieder Äpfel genießen – und etwas Lebensfreude zurückgewinnen.




