Mehr Grün in die Stadt: Reaktion auf Hitze und Trockenheit
Die Klimamodelle sprechen eine eindeutige Sprache: Im schlimmsten Fall wird es Ende des Jahrhunderts in Mainfranken durchschnittlich bis zu sechs Grad heißer sein als bisher. Zwar wird es etwas mehr Niederschlag geben, der aber wird öfter statt als sogenannter Landregen als Starkregen auftreten. Vor allem für Stadtbevölkerung wird das massive, auch gesundheitliche Probleme mit sich bringen.
Wie sich dem begegnen lässt, machte Christian von der Stein in einem Vortrag deutlich. Dabei präsentierte er vor den rund 30 Besucherinnen und Besuchern ein ganzes Bündel relativ leicht umzusetzender und finanziell vergleichsweise günstiger Maßnahmen, die sich günstig auf das Stadtklima auswirken.
Eine grünere Infrastruktur mit mehr Schatten und Kühlung lässt sich etwa durch eine umfangreichere Bepflanzung mit Bäumen und Büschen erreichen; aber auch technologische Ansätze wie mit PV-Anlagen überdachte Parkplätze bezeichnete von der Stein als wirkungsvolle Anpassungsmaßnahme. Unter einem Baum etwa sei die „gefühlte Temperatur“ bis zu elf Grad geringer als auf offener Fläche. Eine Photovoltaikanlage produziere nicht nur billigen Strom, sondern biete den darunter abgestellten Autos auch Schatten.
Auf die zunehmende Trockenheit sollten die Kommunen unter anderem mit dem Anlegen von Zisternen reagieren, in denen sich das etwa von den Dächern ablaufende Regenwasser sammeln würde. Solche Anpassungsmaßnahmen seien auch finanziell vertretbar: Ein innerstädtisch angepflanzter Baum koste nicht mehr als 9.000 Euro, eine Zisterne je nach Größe zwischen 30-40.000 Euro.
Die Folgen der Untätigkeit kommen der Gesellschaft dagegen viel teurer zu stehen. Dazu gehören laut von der Stein an extrem heißen Tagen auch massive finanzielle Einbußen im Einzelhandel: Untersuchungen zufolge betrage der Umsatzrückgang bei Temperaturen jenseits der 35 Grad bis zu 25 Prozent, weil sich die Menschen aus den Innenstädten fernhielten.





